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Paravane: Forever Is A Long Time Ago (Review)

Artist:

Paravane

Paravane: Forever Is A Long Time Ago
Album:

Forever Is A Long Time Ago

Medium: Download/CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenpressung/Just For Kicks
Spieldauer: 48:22
Erschienen: 03.04.2026
Website: [Link]

Prog aus Holland!
Seltsam und entspannend zugleich – und mit einem eigenartigen Bandnamen versehen, der sich auf den auf dem Album-Cover dargestellten u-boot-ähnlichen Räumotter bzw. an großen Schiffen befestigten Unterwassergleiter bezieht (und an die Romane von Jules Verne erinnert), welcher zur Beseitigung von Unterwasserminen auf dem Meeresboden oder bei Angriffen auf ein Schiff eingesetzt wird.
Mit der Musik hat das allerdings nicht wirklich viel zu tun, denn Wasserrauschen oder Wal-Sänge bzw. Kriegs- und Detonationsgeräusch sucht man auf „Forever Is A Long Time Ago“ - ein summa summarum recht harmonisch ausfallendes Prog-Album - von PARAVANE vergebens.

Eigentlich verbergen sich hinter dem progmusikalischen Räumotter NICE BEAVER – und wer die Band kennt bzw. mag wird feststellten, dass sich deren Name zwar verändert hat, deren Musik allerdings nicht wirklich.
Also: Moderneres Neoprogressives trifft auf erinnerungsfreudig Retroprogressives!

Obwohl der Beginn von „Forever Is A Long Time Ago“ ungewöhnlich ausfällt.


Weltmusikalische Parallelen wechseln in harmonischen Gesang und psychedelische, frühfloydianische Experimentierfreudigkeit bis hin zu neoprogressivem Wohlklang. Ähnlich verhält es sich bis zum Ende von „Forever Is A Long Time“.
PARAVANE setzen allerdings fast durchgängig auch auf eingängige Melodien und Refrains, welche ein regelrechtes Ohrwurm-Gefühl entwickeln. Hierbei lassen sie sich bei den größtenteils zwischen 7 und 10 Minuten andauernden Songs viel Zeit für deren Entfaltung.

Einzige Ausnahme: „That Girl“ eine verträumte Ballade mit GARY MOORE-Blues-Gitarre. Und mit viereinhalb Minuten bestens radiotauglich aufgearbeitet. Aber eben so, wie man einen richtig guten Song gerne im Radio hören würde.


Nur bleibt das wohl mehr Wunschdenken, wenn das böse Mädchen besungen wird, das einem keine Aufmerksamkeit entgegenbringt, so sehr man sich auch darum bemüht: „She makes love the whole Friday / But never with me...“
Gut – eine poetische Meisterleistung ist das nicht, dafür aber eine frustrierte Beziehungsbestandsaufnahme.

Beziehungen spielen nicht nur in „That Girl“ eine wichtige Rolle bei PARAVANE. „Forever Is A Long Time Ago“ folgt keinem Konzept, vereint dafür aber sechs sich oft auf progressiven Schönklang konzentrierende Songs in sich. Epische Klänge mit ausgiebigen Ausflügen an den Keyboards und Gitarren inklusive. Eine warme Atmosphäre wird verbreitet – und nach den Minen, die komplex oder experimentell hinter diesem Album hochgehen könnten, sucht man vergebens.

„Home“ ist besonders verträumt – mit einer Gitarre, die wie Möwengeschrei klingt („Silver stripes across the sky / As a dove explains“), einem eingängigen Schlagzeug-Rhythmus, hymnischem, traurigen Gesang zu einem traurigen Text: „Random fragments everywhere / Now I know I'll never be / Home“.


Viel PENDRAGON hört man in dem Song, aber auch etwas MARILLION.

Wer in diesem progressiven Fahrwasser gerne umherschippert, dem bereitet „Forever Is A Long Time Ago“ garantiert viel Freude. Und extreme Tretminen gibt’s sowieso nicht, dafür eine ganze Menge schwebenden, erhabenen musikalischen Pathos, wofür wiederum das ausgedehnte „Home“-Gitarren-Solo bester Beweis ist, bis einen am Ende der „Space Cadet“ in ein neues, bei PARAVANE zu diesem Zeitpunkt allerdings schon altbekanntes und bewährtes, (Neo-)Prog-Universum entführt, das immerhin am Ende noch einmal richtig Gas gibt und auch dem Schlagzeuger ein paar knackige Einsätze einräumt.


FAZIT: Als PARAVANE meldet sich eine melodiöse holländische Prog-Band zu Wort, die aus dem Vorgänger NICE BEAVER heraus entstand. Ihr Debüt unter dem neuen Namen erscheint im Rahmen des Progressive Rock angenehm wechselhaft, setzt aber auf sehr viel Harmonie. „Forever Is A Long Time Ago“ ist ein überzeugender Startschuss mit neuem Namen, aber trotzdem den Traditionen von NICE BEAVER folgend. Moderneres Neoprogressives trifft auf erinnerungsfreudig Retroprogressives und hinterlässt auf jeden Fall einen gelungenen ersten Eindruck bei allen, die mehr auf Prog-Harmonien als komplexe Experimentiererei setzen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 131x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Forever Is A Long Time Ago
  • That Girl
  • Miserable With You
  • Home (Something's Going On)
  • And I Love You
  • Space Cadet

Besetzung:

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